Wunderprompt: KI-Nachrichten ohne Rauschen

Wer sich heute über Künstliche Intelligenz informieren will, steht vor einem paradoxen Problem: Es gibt nicht zu wenig Information, sondern zu viel. Dutzende Newsletter, hunderte RSS-Feeds, tausende LinkedIn-Posts — und am Ende des Tages hat man das Gefühl, viel gelesen und wenig verstanden zu haben. Genau aus dieser Frustration heraus ist Wunderprompt entstanden.

Seit Ende 2025 betreibe ich unter wunderprompt.com einen täglichen KI-Nachrichten-Digest. Die Idee: Jeden Tag werden aus einer Vielzahl internationaler Quellen — von The Decoder über den Deutschlandfunk bis hin zu Hacker News und t3n — die relevantesten Meldungen automatisiert gefiltert, priorisiert und auf Deutsch zusammengefasst. Das Ergebnis: eine übersichtliche Seite im klassischen Zeitungslayout, die man in fünf Minuten lesen kann.

Weniger Rauschen, mehr Signal

Das Prinzip ist einfach: Statt selbst durch Dutzende Quellen zu scrollen, übernimmt ein n8n-Workflow die Vorarbeit. Verschiedene Datenquellen werden regelmäßig abgefragt, die Meldungen mit LLM-Unterstützung bewertet und priorisiert.

Die deutschsprachige Zusammenfassung ist dabei kein Zufall, sondern Absicht. Wer im DACH-Raum arbeitet, kennt das Problem: Die wichtigsten KI-Nachrichten erscheinen fast ausschließlich auf Englisch. Wunderprompt schließt diese Lücke — nicht als Übersetzungsdienst, sondern als redaktioneller Filter, der die wesentlichen Entwicklungen einordnet und auf den Punkt bringt.

Zeitungslayout statt Newsletter-Ästhetik

Bewusst habe ich mich gegen einen klassischen Newsletter entschieden. Wunderprompt sieht aus wie eine Zeitung — mit Aufmacher, Spalten und typografischer Hierarchie. Das ist kein nostalgischer Reflex, sondern ein Designprinzip: Zeitungslayout funktioniert seit Jahrhunderten, weil es dem Auge Orientierung gibt. Man erkennt sofort, was wichtig ist, und kann selbst entscheiden, wo man tiefer einsteigen möchte.

Die Seite läuft komplett ohne Tracking, ohne Account und ohne Newsletter-Anmeldung. Einfach aufrufen, lesen, fertig. Wer möchte, kann den RSS-Feed abonnieren.

Unter der Haube: n8n und LLMs

Technisch steckt hinter Wunderprompt ein n8n-Automatisierungsprozess, der verschiedene Quellen abfragt, Duplikate erkennt, Inhalte bewertet und die finale Auswahl als deutschsprachige Zusammenfassungen generiert. Das Layout wird statisch erzeugt — schnell, schlank, ohne JavaScript-Framework.

Für mich ist Wunderprompt auch ein Praxistest: Wie gut lassen sich LLMs als redaktionelle Assistenz einsetzen? Wo liegen die Grenzen automatisierter Kuratierung? Und wie verändert sich das eigene Informationsverhalten, wenn man einen solchen Dienst täglich nutzt?

Das Projekt ist „work in progress" — und genau das macht es spannend. Wer sich für KI interessiert und morgens in fünf Minuten wissen will, was gerade passiert, sollte regelmäßig vorbeischauen: wunderprompt.com



Wunderprompt: KI-Nachrichten ohne Rauschen
https://boerncke.de/blog/wunderprompt-ki-nachrichten-ohne-rauschen/
Beitragsautor
Dr. Frank Börncke
Urheberrechtshinweis